Rekultivierung im Rheinischen Revier


Rekultivierung im Rheinischen Revier

Die Wiedernutzbarmachung der ausgekohlten Tagebaue im Rheinischen Braunkohlenrevier wird als Rekultivierung bezeichnet. Sie verfolgt das Ziel, einen nachhaltig stabilen, leistungsfähigen Naturhaushalt als Lebensraum für Mensch und Natur herzustellen. Rekultivierung fasst alles zusammen, was zur Herstellung dieser neuen Landschaft nötig ist: Planung, Auswahl geeigneter Substrate für die neuen Böden, landwirtschaftliche Bewirtschaftung, Aufforstungen, natürliche Entwicklungen und vieles mehr. Darüber hinaus wurden ökologisch interessante Sonderbiotope angelegt, die seltenen Arten und Spezialisten einen Lebensraum bieten und somit zum Artenreichtum der Rekultivierung beitragen. Die Rekultivierung im Rheinischen Revier gilt in der Fachwelt aufgrund ihrer Standort- und Artenvielfalt weltweit als vorbildlich.

Rekultivierung in der Planung

Bevor die ersten Bagger anrücken, steht die Planung der nachfolgenden Landschaft fest. Abgeleitet aus der vorherigen Nutzung und den Interessen der Region entsteht eine multifunktionale Landschaft, die vielen Nutzungsansprüchen gerecht werden muss.

Die Toolbox der Rekultivierung

Ausgangslage für die Rekultivierung sind die Flächen der offenen Tagebaue, da der Bergbau die Landschaft u. a. in zwei Punkten grundlegend verändert: Relief und Boden. Diese beiden Faktoren bestimmen zusammen mit dem regionalen Klima das standörtliche Potenzial. Die Gestaltung der neuen Landschaft beginnt bei der Verkippungsplanung im Tagebau. Durch unterschiedliche Substrate wird die Grundlage für eine gute und artenreiche Rekultivierung geschaffen.

Landwirtschaftliche Rekultivierung

Als Bodensubstrat wird für die landwirtschaftliche Wiedernutzbarmachung der gewachsene Kulturboden aus Löss verwendet. Ziel bei der landwirtschaftlichen Rekultivierung ist es wieder Hochertragsflächen für die Landwirtschaft herzustellen.

Forstwirtschaftliche Rekultivierung

Für die forstwirtschaftliche Rekultivierung wird ein Gemisch aus mindestens 25% Löss oder Lösslehm mit Kies und Sand - sogenannter Forstkies - eingesetzt. Ziel ist es einen naturnahen Wald mit Nutz-, Schutz- sowie Erholungsfunktion wiederherzustellen.

Sonderstandorte

Neben der land- und forstwirtschaftlichen Rekultivierung werden auch gezielt kleinflächige Sonderstandorte in der Rekultivierung angelegt. Diese Biotope mit extremen Standortbedingungen zeichnen sich als "Hotspots der Biodiversität" aus.