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Presseecho zum Rekultivierungskongress in Schloss Dyck
Kölner Stadt-Anzeiger v. 23.09.2003 Kölnische Rundschau v. 23.09.2003 Rheinische Post v. 23.09.2003 Neuss-Grevenbroicher Zeitung v. 23.09.2003
In der Januar-Ausgabe 2004 der Zeitschrift grünFORUM LA sind anlässlich dieser Tagung Artikel von Prof. Hüttl, Prof. Aufmkolk und Ulf Dworschak erschienen. Von Herrn Dr. Lögters, Herrn Prof. Dr. Hüttl und Herrn Dr. Dähnert werden Veröffentlichungen zu ihren Vorträgen während der Tagung in der Zeitschrift Surface Mining vorbereitet. Sie erscheinen in Folge in den Ausgaben 2 bis 4 des Jahrgangs 2004.
Statement Rheinbraun AG bei der Pressekonferenz in Schloß Dyck
Rheinbraun verfolgt gemeinsam mit dem Kreis Neuss bei dem Rekultivierungskongreß in Schloß Dyck das Ziel, für die in die vorrangig ackerbaulich genutzte Bördenlandschaft vordringenden Tagebaue Leitbilder zur Rekultivierung zu finden. Dabei wird man zunächst auf die bisherigen Erfahrungen zurückgreifen. So sind von der durch den Bergbau beanspruchten Landschaft im Rheinland bereits 70 % wieder rekultiviert. Diese teilen sich auf in 7.600 ha neue Wälder, 800 ha Wasserflächen und in den letzten Wochen hat Rheinbraun den 10.000sten Hektar landwirtschaftlicher Fläche wiederhergestellt.
Mit den insgesamt 200 Teilnehmern des Kongresses versucht das Bergbauunternehmen einerseits, die Erfahrungen der Vergangenheit kritisch aufzuarbeiten, möglichst aber auch viele neue Ideen und Vorschläge einzufangen, die in die Beratungsgremien der Braunkohlenplanung Eingang finden sollen. Diese Tagung ist daher den Stimmen der Wissenschaft, der Fachbehörden und der Verbände aus Naturschutz sowie Land- und Forstwirtschaft gewidmet.
Es ist fraglich, ob völlig neue Visionen für eine Landschaft der Zukunft gefunden werden, aber es muß immer wieder eine Überprüfung dessen stattfinden, was an Konzepten in jüngerer Vergangenheit umgesetzt wurde oder z. Z. noch in Umsetzung ist. Immerhin hat die Wissenschaft in der jetzigen Rekultivierung des rheinischen Reviers 423 Tierarten und 79 Pflanzenarten mit dem Status "bedroht" oder "sehr selten" gefunden, ein Nachweis für die Qualität des Lebensraumangebotes. Andererseits nehmen Stimmen zu, die die Eigenart der Rekultivierung im Vordergrund sehen wollen, also weniger den Versuch, sich der Umgebung anzupassen oder Bilder anderer Landschaftsteile zu adaptieren, sondern eher eigene Akzente zu setzen, die die Rekultivierung von bekannten Naturräumen unverwechselbar unterscheidet. Schon in der heutigen Rekultivierung bestehen vielfache Möglichkeiten, Landschaftsformen in Bezug auf Geländeneigung und Exposition frei zu wählen, eine große Auswahl an Materialien für die Ausprägung der Böden vorzunehmen - nämlich vom Ton über Sand bis zum Schluff -, und Gewässer in Wald und Feld zu integrieren.
Die Bördenrekultivierung wird sich in der Zukunft zwei großen Herausforderungen stellen müssen. So sind zum Einen neben der Schaffung einer funktionstüchtigen und ertragreichen Landwirtschaft Landschaftsstrukturen aufzubauen, die die Naturräume wieder in die abgebauten Gebiete zurückholen, aber auch dem erholungssuchenden Menschen ausreichend Raum vor den Toren der großen Städte Aachen, Mönchengladbach, Düsseldorf und Köln bieten. Die zweite Herausforderung stellen große Wasserflächen dar, die für die Tagebaugebiete Inden, Garzweiler und Hambach landschaftsbestimmend sein werden. Die Chancen für die Region müssen in den nächsten Jahren erarbeitet werden. Hierzu ist ein breiter Kreis aufgerufen, Ideen zu finden. Auch dieser Kongreß soll dazu Anstöße liefern.
Die Waldvermehrung in der Börde ist ein weiteres Ziel, das Rheinbraun mit den Genehmigungsbehörden und insbesondere den Kommunen verfolgt. Die bisher genehmigten Bergbauprojekte werden eine Waldvermehrung von 1.900 ha Fläche bedingen. Man kann sicher sein, daß durch zusätzliche Initiativen weitere Flächen hinzukommen, so daß der Bergbau geradezu als Motor für die Frage der Waldvermehrung gelten wird.
Im Zentrum der Bördengestaltung wird aber weiterhin die Landwirtschaft stehen. Rheinbraun hat es bisher durch die Umsiedlungsmaßnahmen erreicht, im Konsens mit den Vertretern der Landwirtschaft Betriebe zu verlagern, die die Chance haben, auf dem europäischem Markt zu bestehen und durch ihre gesunde Struktur zukunftsweisend sind. Daneben werden Konzepte für mehr Naturschutz in der Börde nur in Abstimmung mit den wirtschaftenden Landwirten erfolgreich sein, denn der Erhalt von Hecken, Feldrainen, Saumbiotopen, Hohlwegen, kleinen Waldflächen, Obstwiesen, Wiesen und anderen Elementen kann nur mit Pflegekonzepten gelingen. Ziel muß sein, auch hierin Land- und Forstwirten, aber auch Gartenbaubetrieben Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten. Kulturlandschaft der rheinischen Prägung ist immer menschenbegleitete und menschengestaltete Landschaft gewesen.
Um all diesen Fragen nachzugehen, hat Rheinbraun die Forschungsstelle Rekultivierung in der Gemeinde Jüchen installiert. Hier ist eine Anlaufstelle gegeben, die über den Kongreß hinaus als Briefkasten für Ideen gilt, wobei bewußt der wirtschaftende Landwirt, der rekultivierende Bergmann und der Naturschützer mitwirken sollen. Die Forschungsstelle soll auch die Möglichkeit suchen, über die Universitäten weitere Diplomanden und Doktoranden zu finden, die in der Rekultivierung arbeiten. Die bisherige Zusammenarbeit war äußerst fruchtbar, über 100 Einzelstudien mit 20.000 Nachweisen für Tierarten und beinahe ebenso vielen Einträgen für die Pflanzen legen ein beredtes Zeugnis für den Bereich der Biologie ab. Sehr intensive Forschungen befassen sich mit der Entwicklung der Böden. Der Bergbau hat längst erkannt, daß der Bodenschutz eines der Zukunftsthemen ist, dem er seine besondere Aufmerksamkeit widmet.
Der beigefügte Kongreß-Letter zeigt die Breite der Thematik auf und erweitert die Sichtweisen zum Thema Rekultivierung. Die Kurzfassungen der Vorträge stehen ebenfalls für eine Information zur Verfügung. Außerdem kann jetzt schon auf den in Kürze erscheinenden Tier- und Pflanzenreport der Rekultivierung hingewiesen werden, den Rheinbraun insbesondere für Wissenschaft und Schulen herausgeben möchte.
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