Grußworte

"Die Landinanspruchnahme einer jahrhundertealten Kulturlandschaft, wie es das Braunkohlenrevier zwischen Köln, Düsseldorf und Aachen nun mal ist, bedeutet auch für uns als Bergbauunternehmen eine permanente Herausforderung."

Dr. Dietrich Böcker, Vorstand der RWE Power AG, in seinem Grußwort zum Rekultivierungskongress

Grußwort Dr. Dietrich Böcker, RWE Power AG
Grußwort Dieter Patt, Landrat des Rhein-Kreis Neuss
Grußwort Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisdirektor Rhein-Kreis Neuss

Grußwort Dr. Dietrich Böcker


Dr. Dietrich Böcker

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie auch im Namen meiner Vorstandskollegen von RWE Rheinbraun ganz herzlich an diesem Montagmorgen auf Schloß Dyck. Ich freue mich, dass Sie in so großer Zahl unserer Einladung zur Teilnahme am diesjährigen Rekultivierungskongress gefolgt sind. Die auch für uns überraschend große Teilnehmerzahl von rund 180 Experten aus den Braunkohlenrevieren Deutschlands und dem benachbarten Ausland machen auch hier deutlich, dass die Rekultivierung von Braunkohlentagebauen unverändert ein spannendes Thema bleibt. Bevor ich auf den Kongress eingehe, gestatten Sie mir zuvor die Hausherren von Schloß Dyck persönlich zu begrüßen. Ich bedanke mich bei Ihnen Gräfin Metternich und auch Ihnen Graf Metternich, dass wir heute morgen bei Ihnen zu Gast sein dürfen. Mein Dank geht aber auch an den Rhein-Kreis Neuss und die Gemeinde Jüchen, die als Mitglieder der Stiftung des Schlosses Dyck die Idee zur Abhaltung des Rekultivierungskongresses an dieser Stelle positiv aufgegriffen haben und ebenfalls dies ermöglichen. Namentlich darf ich besonders herzlich begrüßen den Landrat des Rhein-Kreises Neuss, Herr Dieter Patt, und den Bürgermeister der Gemeinde Jüchen, Herrn Rudolf Schmitz. Der Austragungsort meine Damen und Herren zeigt Ihnen, dass wir als traditionelles Bergbau- und Energieunternehmen auf gutnachbarschaftliche Beziehungen zu Städten und Gemeinden, aber auch den Bewohnern des Reviers großen Wert legen.

Der Rhein-Kreis Neuss und die Gemeinde Jüchen sind in vielfältiger Weise von unserer unternehmerischen Tätigkeit betroffen. In der Nachbarschaft befinden sich die Kraftwerke Neurath und Frimmersdorf sowie der Tagebau Garzweiler. Wir fühlen uns mit diesen Anlagen auf den Gebieten des Rhein-Kreises Neuss und die Gemeinde Jüchen ausgesprochen wohl und schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Landinanspruchnahme einer jahrhundertealten Kulturlandschaft, wie es dass Braunkohlenrevier zwischen Köln, Düsseldorf und Aachen nun mal ist, bedeutet auch für uns als Bergbauunternehmen eine permanente Herausforderung. Wir wissen, dass wir den Menschen aber auch der Natur in diesem Raum Großes abverlangen durch die Landinanspruchnahme unserer Braunkohlentagebaue. Wir wissen auch, dass die Erfüllung des gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichs - für die Landinanspruchnahme ist es die Rekultivierung - in einer nüchternen Auslegung dieser Legaldefinition wohl nicht ausreichen wird. Es kommt vielmehr darauf an, diesen Ausgleich in einem gemeinsamen Dialog zwischen allen Beteiligten mit Leben zu füllen. Die Menschen in der Region müssen sich darauf einstellen und das haben sie in der Vergangenheit immer wieder getan, dass der Braunkohlenbergbau erhebliche Veränderungen in ihrem Heimatraum zur Folge hat. Damit muss auch auf Vertrautes verzichtet werden, Jedoch gibt es die Chance für die Gestaltung einer neuen Landschaft. Dazu sind alle Beteiligten aufgerufen, ihre Vorstellungen und Nutzungsansprüche einzubringen und - last not least - dies in die Planung einer neuen Landschaft einfließen zu lassen. Sie werden sich mit diesem Thema heute sehr eingehend befassen und ich hoffe, dass auch durch den Beitrag vieler Experten aus nah und fern wertvolle Anregungen dazu gegeben werden, wie dieser Diskussionsprozess in Zukunft weiterlaufen kann.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Tagung, freue mich, dass Sie bei uns im rheinischen Braunkohlenrevier zu Gast sind, bedanke mich nochmals bei den Hausherren für die großzügige Gastfreundschaft und verabschiede mich mit einem ganz herzlichen Glückauf!

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Grußwort Landrat Patt

Der Rhein-Kreis Neuss ist der erfolgreichste Wirtschaftsstandort in Nordrhein-Westfalen. Dabei spielt Energie eine tragende Rolle. Als Standort mit Braunkohletagebau und mit der Verstromung in den Kraftwerken leisten wir seit vielen Jahren unseren Beitrag zur nationalen Energieversorgung. Die Menschen bei uns leben mit und auch von der Braunkohle. Doch was bleibt übrig nach der Nutzung des Tagebaus?

Die Frage der Rekultivierung ist ein Thema von ganz erheblicher Bedeutung für unsere Heimat, das der Rhein-Kreis Neuss seit langem konsequent und engem Schulterschluss mit RWE Power vorantreibt. Bei der Planung und dem Umsetzen neuer Landschaften hat sich bei uns eine hohe wissenschaftliche und technische Kompetenz entwickelt. Ich nenne hier nur das Institut für Rekultivierungsforschung in Jüchen-Hackhausen und das geplante Institut für Gartenkunst und Landschaftskultur, das auf Schloss Dyck untergebracht werden soll. Aber auch die bisherigen, vorzeigbaren Ergebnisse der Rekultivierung im Braunkohlegebiet können sich sehen lassen. Hier ist eine Kompetenz gewachsen, die international gefragt ist und unseren Standort auch in diesem Bereich nach vorne bringen kann.

Der Rekultivierungskongress auf Schloss Dyck, dem liebevoll renovierten Kleinod im Rhein-Kreis Neuss, in der Gemeinde Jüchen, unter dem Motto "Leitbilder für neue Landschaften" hat erfolgversprechende Wege aufgezeigt, die wir in Zukunft gemeinsam beschreiten sollten. Ich appelliere an alle Beteiligten, an diesen erfolgreichen Kongress anzuknüpfen und innovative Ideen aufzugreifen und umzusetzen. Es lohnt sich, die Natur und die Landschaft den Menschen zurückzugeben. Der Rhein-Kreis Neuss ist dabei!


Dieter Patt
Landrat

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Grußwort Hans-Jürgen Petrauschke


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße sie hier auf Schloß Dyck im Rhein-Kreis Neuss und ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei den Vertretern der RWE Rheinbraun AG für die Einladung zu dieser Rekultivierungstagung 2003 zu bedanken.

Ich habe meine Teilnahme sehr gerne zugesagt, weil der Rekultivierung im Rhein-Kreis Neuss nicht nur aufgrund der großen Rekultivierungsfläche, sondern auch wegen des Selbstverständnisses unseres Kreises gegenüber der Braunkohle und der damit einhergehenden Industriezweige, eine ganz besondere Bedeutung zukommt.
Sie haben sich für ihre Veranstaltung einen besonders schönen Ort ausgesucht und ich freue mich, dass ich Sie hier im Schloss Dyck bei uns im Rhein-Kreis Neuss begrüßen darf.
Schloss Dyck war im vergangenen Jahr mit seinen Parkanlagen Ausrichtungsort für die Dezentrale Landesgartenschau. Sicherlich haben viele von Ihnen die Landesgartenschau besucht und bemerkt, welch schöne Orte es hier bei uns im Rhein-Kreis Neuss -bei uns im Rheinland- zu entdecken gibt.
Schloss Dyck ist ein Juwel in unserem Kreisgebiet. Wir haben mit allen Beteiligten die Landesgartenschau genutzt, um der Bevölkerung dieses Kleinod zu erhalten und stärker als bisher zugänglich zu machen.

Im Rahmen der Landesgartenschau 2002 hat sich auch die RWE Rheinbraun AG eingebracht. Die Auftritte des Bergmannsorchesters über das gesamte Jahr hinweg haben großen Anklang bei den Zuhörern gefunden. Aber auch ansonsten war die RWE Rheinbraun AG immer ein verläßlicher Ansprechpartner, wenn es darum ging, den Menschen ein Stück Lebensqualität im Rahmen der Landesgartenschau näher zu bringen. Dies ist uns mit den vielen Veranstaltungen im Rahmen der Landesgartenschau und auch mit diesen wunderschön hergerichteten Parkanlagen und dem Miscanthus-Feld sehr gut gelungen.
Das Miscanthus-Feld entstand unter anderem auch unter Mithilfe der RWE Rheinbraun AG.
Beim Miscanthus, dem China-Schilf, handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff. Dankenswerter Weise konnten uns durch das Unternehmen Pflanzen, die auf dem Versuchsfeld der RWE Rheinbraun AG gezogen wurden, und viele Informationen zur Verfügung gestellt werden. Dies war uns eine große Hilfe bei der Durchführung der Landesgartenschau, die uns ein weiteres Stück Lebensqualität in unseren Rhein-Kreis Neuss gebracht hat.

Nicht zuletzt durch diese Unterstützung, wurde die Landesgartenschau ein großer Erfolg für unseren Kreis.
Im Mai diesen Jahres konnten wir in Rostock einen Deutschen Landschaftsarchitekturpreis für das Dycker Feld entgegennehmen. Mit dem Preis zeichnet der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten jährlich die besten Leistungen im Bereich der Gartenkunst aus.
Dies war auch ein besonderer Erfolg für den Rhein-Kreis Neuss.

Lebensqualität und Miscanthus sind für mich auch die Stichwörter, die mich zum Thema des heutigen Tages, der Rekultivierung, bringen. Die Lebensqualität im Rhein-Kreis Neuss ist der weiche Standortfaktor schlechthin und wir haben Lebensqualität. Dies haben auch Untersuchungen immer wieder ergeben. Bereits die Römer und die Franken haben die Lebensqualität im Rheinland zu schätzen gewußt. Viele Zeugnisse dieser Kulturen sind in unserem Kreisgebiet überall zu finden.

Und auch heute haben wir in diesen schwierigen Zeiten noch Arbeitsplätze zu bieten, wir sind ein Industriestandort und bekennen uns deutlich dazu. Aber wir sind daneben auch eine Region in der die Landschaft des Rheinlandes mit ihrer vielfältigen Natur, den ausgeprägten landwirtschaftlichen Flächen und auch die Kunst und die Kultur nicht zu kurz kommen. Dies alles funktioniert nur, wenn Industrie, Verwaltung und Naturschutz, Vereine und Verbände gut zusammenarbeiten.

Nicht umsonst haben Sie für diese Veranstaltung das südliche Kreisgebiet gewählt, denn hier wird dieses Zusammenspiel besonders deutlich.

Die RWE Rheinbraun AG ist - auch wenn der Name sich aus organisatorischen Gründen immer wieder geändert hat -, doch seit Jahrzehnten und für weitere Jahrzehnte prägend für das südliche Kreisgebiet. Sie ist dort der größte Arbeitgeber. Mit dem Braunkohlentagebau und der Verstromung in den Kraftwerken leistet der Rhein-Kreis Neuss seinen Beitrag zur nationalen Energieversorgung.

Doch was bleibt übrig nach der Tagebaunutzung?
Das ist die Frage, um die es heute geht.

Wir im Rhein-Kreis Neuss haben uns diese Fragen bereits vor langer Zeit gestellt. Zu einer Zeit, als viele andere Behörden sich mit diesem Thema noch überhaupt nicht befasst haben und befassen wollten.
Ich habe mein Amt 61 damit beauftragt, sich mit der Braunkohlenplanung zu befassen. Das Amt für Entwicklungs-, Landschaftsplanung und Statistik beim Rhein-Kreis Neuss hat immer die enge Zusammenarbeit mit dem Bergbauunternehmen gesucht und so schon vor Jahren die Weichen gestellt, dass sich hier im Bereich der Rekultivierung, der Schaffung neuer Landschaften, eine hohe wissenschaftliche und technische Kompetenz angesiedelt hat. Die anwendungsbezogene Forschung hat zu inovativen Rekultivierungsmethoden und –strategien geführt. Weltweit nimmt die Region mit diesen Entwicklungen eine Vorreiterrolle ein.

Auch die Ergebnisse im Rhein-Kreis Neuss können sich sehen lassen.
Wer einmal durch das Elsbachtal in Grevenbroich gewandert ist, und dazu werden Sie im Laufe der Tagung auch Gelegenheit haben, der sieht wie eine Landschaft vorbildlich gestaltet werden kann und wie sich die Natur auf ehemaligem Abbaugebiet entwickeln kann. Hierzu ist es wichtig, dass alle Beteiligten rechtzeitig miteinander an einem Tisch sitzen und Lösungen erarbeiten.
Das Bergbauunternehmen, die Verwaltungen, die Naturschutzverbände aber auch die Landwirtschaft, die ebenfalls Ansprüche an die ehemalige Tagebaulandschaft stellt.
Wir haben diesen Kontakt immer gesucht und sind gut damit gefahren. Die Vorreiterrolle die wir hier übernommen haben, hat dazu geführt, dass die RWE Rheinbraun AG ein enormes Fachpotential aufbauen konnte. Für den Bereich der Landschaftsrekultivierung konnten hier bei uns Erfahrungen gewonnen werden, die für Industriezweige auf der gesamten Welt von großem Interesse sind.
Zu kurz gekommen ist m. E. in unserem Kreis aber bisher die wirtschaftliche Nutzung ehemaliger Tagebauflächen.

Ich möchte auch nicht vergessen, die Einrichtung der Forschungsstelle Rekultivierung in Jüchen-Hackhausen zu erwähnen. Auch hier zeigt sich die gute Zusammenarbeit. Die Forschungsstelle Rekultivierung in Hackhausen bietet jungen Wissenschaftlern alle Möglichkeiten, Fachwissen zu erwerben und einzubringen. Ich habe dies auch immer gefördert und ich erhoffe mir neue Impulse für die Rekultivierung und eine Stärkung des Standortes „Rhein-Kreis Neuss“.

Abschließend lassen Sie mich die Bedeutung des Themas der heutigen Tagung „Leitbilder für neue Landschaften“ für die Landschaftsplanung des Rhein-Kreises Neuss in den Braunkohlegebieten hervorheben. Denn gerade die Landschaftsplanung und insbesondere deren Umsetzung kann nur erfolgreich sein, wenn die Ziele für den Erhalt und die Entwicklung der Landschaft gesamtgesellschaftlich getragen und breit diskutiert werden. Dabei wird es auf einen sinnvollen Ausgleich der vielfältigen öffentlichen Interessen bei der Schaffung der neuen Landschaft ankommen. In der bewährten konstruktiven Zusammenarbeit mit Rheinbraun und den zuständigen Stellen wird der Rhein-Kreis Neuss seinen Beitrag zur Verwirklichung eines allgemein getragenen Leitbildes leisten.
Ich möchte nunmehr meinen Vortrag abschließen und mich für Ihre Aufmerksamkeit bedanken. Ich wünsche der Veranstaltung an den beiden folgenden Tagen viel Erfolg und hoffe, dass viele neue Ideen entwickelt werden, die wir umsetzen und in unsere tägliche Arbeit einbringen können.